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07.01.2018

Konfliktmanagement: Geld und Zeit sparen, Nerven schonen

Die Freiheit in unserem Zusammenleben liegt nicht darin, ob wir Konflikte wollen oder nicht, sondern wie wir sie bewältigen“, sagte die wissenschaftliche Direktorin des Contarini-Instituts an der FernUniversität in Hagen Prof. Dr. Katharina Gräfin von Schlieffen jüngst in einem Interview. Und genau wie im normalen Leben gehören Konflikte auch im Unternehmen und dem beruflichen Umfeld zum Alltag. Wo unterschiedliche Persönlichkeiten, Arbeitsorganisationen und viele Meinungen aufeinander treffen sind Reibungsverluste in Form von Konflikten völlig normal.

Doch zunächst geht es erst mal darum anzuerkennen dass es in jedem Bereich Konflikte geben kann, ja gibt, diese frühzeitig lokalisiert und dann möglichst vor einer Eskalation bearbeitet und gelöst werden. Oft genug habe ich von Unternehmensführern und deren Führungskräften gehört: „Probleme, Konflikte? Gibt es bei uns nicht!“ Der Fachkräftemangel, die enormen Transferkosten bei hoher Fluktuation von Mitarbeitern, die Entwicklungen in der Wirtschaft und ganz besonders im Finanzsektor stellen die Beteiligten inzwischen vor ungeahnte Anforderungen. Um nur einige Beispiele zu nennen. In den nächsten Jahren stehen hunderttausende Unternehmensnachfolgen an. Gerade hier gilt es frühzeitig zu agieren um Konflikte, die bis zur Zerschlagung des Unternehmens führen können, am besten zu vermeiden oder eben zu lösen.

Große Unternehmen haben dies bereits erkannt und Konfliktmanagementsysteme implementiert. Konfliktmanager gehören dort zum Alltag. Vorreiter sind SAP und EON, die schon vor Jahren betriebsinterne Mediatorenpools eingerichtet haben. Damit wurden Anlaufstellen geschaffen, die bei bestimmten Konflikten eine Schlüsselstellung einnehmen. Der erste Ansprechpartner, wenn die Beteiligten merken, dass sie Hilfe brauchen. Gut, wenn das in einem vertraulichen Rahmen möglich ist. Viele Konflikte lassen sich so schnell und nachhaltig lösen.

Konfliktmanagement bedeutet sich anbahnende Konflikte möglichst frühzeitig zu erkennen, unnötige Konflikte zu vermeiden bevor es dann um die nachhaltige und konstruktive Bewältigung vorhandener Konflikte geht. Dafür kommen persönliche Maßnahmen, kommunikative Maßnahmen und Maßnahmen zur Pflege sowie Weiterentwicklung der Unternehmenskultur in Frage. Auch in immer mehr kleineren und mittleren Unternehmen steht das Thema Konfliktmanagement ganz oben auf der Agenda. Unternehmer und Führungskräfte lassen sich in Methoden und Techniken der Konfliktbehandlung oder Konfliktlösung fortbilden und fungieren so als Konfliktmanager im eigenen Hause.

Doch nicht nur Unternehmensintern lauern Konflikte. Auch mit Kunden, Lieferanten und Dienstleistern knirscht es hin und wieder. Hier gilt es frühzeitig ein eigenes Instrumentarium bereit zu halten, um den Gang zum Anwalt sowie später fast zwangsläufig zum Gericht und damit die Vernichtung der oft langjährigen Beziehungen zu verhindern.

Der klassische Rechtsweg kennt nur Gewinner und Verlierer. Die Streitenden geben Ihr Problem letztendlich in fremde Hände und beugen sich einer fremdbestimmten Entscheidung. Zudem dauert der Gerichtsweg meistens lange, kostet viel Zeit, Geld und Nerven. Hinter einer juristischen Auseinandersetzung steckt meistens eine lange Geschichte und Leidenszeit. Beleidigungen, Verletzungen und Missverständnisse sind keine Seltenheit.

Deswegen macht es Sinn einen Konflikt anders anzugehen. Eben durch ein eigenes Konfliktmanagementsystem. Selbstgefundene Lösungen klären das Problem oft sauberer und sorgen daher in 80 Prozent der Fälle für nachhaltige Lösungen. Und obendrein auch kostengünstiger, schneller und beziehungsschonender. Gerade wenn die Beteiligten in Zukunft weiter miteinander arbeiten müssen oder man wieder Geschäfte mit dem Partner machen will. Ein Gerichtsprozess ist zudem grundsätzlich öffentlich. Auch ein Vorteil für ein internes System im vertraulichen Rahmen.

Bereits im Jahr 2009 hat sich eine breit angelegte „Konfliktkostenstudie“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit dem Thema Konfliktkosten beschäftigt. Auf der Basis einer Umfrage unter 4.000 Unternehmen sowie ergänzender Interviews mit Geschäftsführern und Bereichsleitern verschiedenster Unternehmen aller Größen kam die Studie zu dem Ergebnis das zum Beispiel gescheiterte oder verschleppte Projekte Kosten zwischen 50.000 und 500.000 Euro pro Jahr! verursachen. Also Grund genug sich durch intelligente Systeme mit Konflikten zu beschäftigen, um eine Reduktion dieser Kosten zu erreichen.

Die zitierte KPMG-Studie definiert den Begriff „Konflikt“ im Kontext der Konfliktkosten in Unternehmen so: „Ein Konflikt ist jede Planabweichung oder Plangefährdung bei der Umsetzung der wirtschaftlichen Ziele eines Unternehmens durch den Einsatz seiner Ressourcen, vor allem den Einsatz von Arbeitszeit.“

Letztendlich sollten Konflikte daher nicht nur als lästiges Übel, sondern als Chance begriffen werden, das die Beteiligten aus jedem gelösten Konflikt gestärkt und für die nächste Herausforderung kompetenter herausgehen.



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Zur Person

Frank Armbruster ist Wirtschaftsmediator, Betriebswirt und Trainer (IHK). Bereits seit 1988 selbständig arbeitet er heute als freiberuflicher Mediator, Berater und Trainer. Er ist auf Kommunikation, Konfliktmanagement, Finanzkommunikation, sowie Unternehmensführung und die Nachfolgeplanung fokussiert.

Er ist Gründer des Instituts für Kommunikation, Konfliktmanagement und Unternehmensnachfolge IKMM in Karlsruhe,
Seniorpartner der Kanzlei für Wirtschaftsberatung und Leiter der Akademie Intensiv Training. Daneben publiziert er regelmäßig in den Fachmedien, ist Mitherausgeber des Standardwerkes „Finanzkommunikation“ (Bank-Verlag, Köln) und lehrt an der Hochschule für Oekonomie & Management FOM und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Bei der Technischen Hochschule Deggendorf hat er im Masterstudiengang Risiko- und Compliancemanagement einen Lehrauftrag für Verhandlung & Mediation.


Davor
war er über 20 Jahre als Firmengründer, Unternehmer und Geschäftsführer in verschiedenen Führungspositionen tätig. Er war Mitbegründer der Dachorganisation Deutsches Forum für Mediation DFfM und von 2009 bis 2013 dessen Vorstand und Vizepräsident mit Aufgaben in der Hauptstadt Berlin im Bereich der Public Affairs und Lobbying. Heute ist er Vizepräsident des Europäischen Berufsverbandes für Eigenständige Mediation EBEM mit Sitz in Basel und Mitglied des Vorstands der Deutschen Gesellschaft für Mediation DGM.


Als Trainer und Hochschuldozent gitbt er seine Erfahrungen an Unternehmer, Führungskräfte, Banker und Studenten weiter. Er lehrt im Hochschulbereich Wirtschaft, Management und Recht, insbesondere Kommunikation, Verhandlung, Unternehmensführung, Bankwesen und Selbstmanagement und Kompetenzen.

Direktkontakt: kanzlei@frankarmbruster.de